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Freitag, 29. Januar 2010

{Rezension} Die Löwin von Cinque Terre: Laura Gottbergs dritter Fall von Felicitas Mayall

Verlag: rororo Verlag
Taschenbuchausgabe: 416 Seiten
ISBN: 3499240440 
Genre: Deutscher Krimi / München / Toskana
Erscheinungsdatum: 02. Juli 2007
Preis: 8,95 €

Türkische Tragödie und italienische Geheimnisse

Eines Nachts wird in einem Münchner Hinterhof die Leiche der jungen Italienerin Valeria Cabun gefunden. Die aus der Toskana stammende Valeria lebte bei einer Schwabinger Arztfamilie als Au-pair. Es deutet zwar alles darauf hin, dass sich Valerie mit Selbstmordabsichten aus dem Fenster des Mietshauses stürzte, doch Hauptkommissarin Laura Gottberg hat so ihre Zweifel. Diese werden noch bestärkt, als sie die Familie der Toten kennen lernt und sich näher mit der Arztfamilie und mit Valerias Umfeld in München beschäftigt. Jedoch kommen Laura und ihr Kollege Peter Baumann bei ihren Ermittlungen keinen Schritt weiter. Da beschließt Laura, zusammen mit Angelo Guerrini in die Toskana zu reisen, um die Familie der Toten näher unter die Lupe zu nehmen.

Es ist Frühling geworden in München und Ostern steht vor der Tür. Und damit hat Laura ein Problem, da ihr Freund Angelo Guerrini sie über die Feiertage besuchen will und Laura immer noch nicht ihre Kinder über die Existenz von Angelo aufgeklärt hat. Und neben dem schwierigen Fall um den Tod von Valeria, der immer mehr Fragen anstelle von Antworten aufwirft, muss sie sich auch noch mit ihren türkischen Nachbarn auseinandersetzen. Diese haben eine junge Tochter, die sich emanzipierter benimmt als es die Familienehre zulässt und so diese in Gefahr bringt. So weiß Laura mal wieder nicht, wo ihr der Kopf steht und wünscht sich eigentlich nur Urlaub, zusammen mit Angelo.

In ihrem 3. Krimi rund um ihre Protagonistin Laura Gottberg greift Felicitas Mayall dieses Mal die Themen Rassismus und Familienehre auf, die einfühlsam und nachvollziehbar umgesetzt wurden. Im Gegensatz zu den beiden ersten Fällen ist die Spannung dieses Mal fast sofort greifbar und auch der Schreibstil an sich ist von der Autorin etwas tougher als in den beiden vorherigen Krimis. Die Story nimmt sehr interessante Wendungen und ist atmosphärisch dicht umgesetzt, sodass die Spannung bis zum Schluss auf hohem Niveau bleibt und man regelrecht in das Buch eintaucht und erstaunt ist, wie schnell mal wieder die Zeit vergangen ist.

Wieder gewohnt lebendig, facettenreich und stellenweise undurchsichtig hat Felicitas Mayall ihre Charaktere angelegt, allen voran natürlich die bekannten Figuren rund um ihre Protagonistin und Laura Gottberg selbst. Und ihre flüssige, bildhafte und vor allem fesselnde Schreibweise sorgt wieder einmal problemlos dafür, einen immer wieder zum Schmunzeln, zum Nachdenken und zum Mitraten zu bringen und dies in der genau richtigen Dosierung.

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